7. Januar 2014

12 Years a Slave

© TOBIS


Regie: Steve McQueen
Land / Jahr: USA, Großbritannien 2013












Saratoga Springs, New York 1841: Solomon Northup (Chiwetel Ejiofor) lebt als freier und gebildeter Mann mit seiner Familie in den Nordstaaten der USA. Nach einem nächtlichen Gezeche, findet er sich in Ketten wieder und wird nach New Orleans in die Sklaverei verkauft. . .
Während in Deutschland Filme mit Vergangenheitsbewältigungsthematik ein fester Bestandteil des kinematografischen Outputs sind, so sehen sich die US-Amerikaner lieber als heldenhaftes Völkchen und brauchen eine wehende US-Flagge in jedem zweiten Film. Dabei wird oft die eigene, düstere Vergangenheit vergessen. Filme mit Sklaverei-Thematik wie zum Beispiel "Amistad" von Steven Spielberg sind rar. Mit "12 Years a Slave" hat sich der mutige Brite Steve McQueen ("Hunger", "Shame") ein Herz gefasst und bringt die autobiografische Vorlage auf die große Leinwand.
McQueen gelingt, was von einem Film dieser Art erwartet wird: Die Sets sind imposant, die Handlung ist spannend und interessant, aber auch menschlich und glaubwürdig und die Darsteller spielen sich die Seele aus dem Leib. Es gibt keine einzige schlechte Performance und besonders Chiwetel Ejiofor als leidgeprüfter Sklave, Michael Fassbender in der Rolle des berüchtigten "Sklavenbrechers" und Paul Dano als ungerechter Unterdrücker, liefern die vielleicht beste Leistung ihrer Karriere ab.
"12 Years a Slave" ist gleichermaßen ein ansprechendes Historienepos, wie auch zutiefst menschliches Drama. Dabei geht es manchmal richtig an die Nieren, wenn für Nichtigkeiten und minimalste Fehler die Peitsche aushelfen muss oder Kinder und deren Eltern auf unterschiedliche Plantagen verkauft werden. Viele solche Szenen wurden mit exzellent komponierten Plansequenzen inszeniert. Regisseur McQueen beweist, dass er Spannung, Anspruch und Stil auf einen Nenner bringen kann. So muss ein britischer Regisseur mit einem britischen Hauptdarsteller ein längst überfälliges Werk zur US-Geschichte liefern, was schon vor 50 Jahren hätte gemacht werden müssen. Ein (film-)historisches Meisterwerk.
Mit-Produzent Brad Pitt hat es sich zudem nicht nehmen lassen, sich in der Rolle als weißer Erlöser und Helfer Samuel Bass selbst zu besetzen.

Fazit: 95 %

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