6. April 2014

Snowpiercer

© MFA

Regie: Joon-ho Bong
Land / Jahr: Südkorea, Frankreich, USA 2013












Wir schreiben das Jahr 2031: Eine Klimakatastrophe hat die Erde in eine Eiswüste verwandelt. Die letzten Überlebenden rasen in einen riesigen Zug um die Erde.  Die unterklassigen Menschen in den hinteren Abteilen planen unter der ihrem Anführer Curtis (Chris Evans) den Aufstand, der mit Hilfe des Gefangenen Namgoong Minsu (Kang-ho Song) bis zur Zugmaschine vordringen will.
Lokführer Joon-ho Bong zeichnete sich in seinem Heimatland Südkorea für mehrere sehr erfolgreiche Genrefilme verantwortlich, sodass Hollywood ihm dieses knapp 40 Millionen teure Vehikel anvertraute. Vorlage für diesen dystopischen Trip durch die kommende Eiszeit ist die französische Graphic Novel "Schneekreuzer". Dabei mischt der Südkoreaner den französischen Comic mit amerikanischen und südkoreanischen Darstellern und fügt mit John Hurt auch einen zweifach oscarnominierten Briten hinzu. Die Reise mit dem Eiszug um die Welt ist also eine sehr internationale Angelegenheit.
Und so geht es erst einmal für die Unterdrückten in den hinteren Abteilen darum den Ausbruch zu wagen und den Gefangenen Namgoong Minsu zu befreien, der ihnen helfen soll die Türen zu öffnen. Dabei kommt jede Menge Spannung auf, die Geschichte macht Spaß und ist vor allem wunderbar düster sowie unterhaltsam, leider aber nicht völlig wasserdicht. Hin und wieder gibt sich der Regisseur den US-Neigungen zu Übertreibungen hin. Der elektronische Übersetzer und die Kommunikation zwischen den Sprachen funktioniert immer anders, was eigentlich ohne viel Aufwand hätte behoben werden können. Nach der fantastischen ersten Hälfte, hinkt die zweite in Punkto Spannung und Tempo ein bisschen hinterher - trotz einer höheren Actionfrequenz.
"Snowpiercer" ist ein extrem einfallsreicher und sehr intelligenter apokalyptischer Actiontrip, dessen nicht immer logische, dafür aber vielschichtige Handlung eine willkommene Alternative zu den meist ziemlich hohlen Ami-Actionern ist. Schnell wir dem Zuschauer klar, das keine Figur eine Abo darauf hat zu überleben. Joon-ho Bongs Regie ist großartig, doch aufgrund kleinerer Längen in der zweiten Hälfte und ein paar Beugungen der Logik nicht sein bester Film. "Snowpiercer" ist einfach nicht so bodenständig wie Bongs Thriller "Mother" und "Memories of Murder", seinen größten Erfolg an den südkoreanischen Kinokassen "The Host" lässt er qualitativ aber hinter sich.

Fazit: 75 %

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