27. März 2017

Sportskanonen, Die

© Universal

Regie: David Zucker
Land / Jahr: USA 1998












Den beiden Voll-Versagern Joe Cooper (Trey Parker) und Doug Remer (Matt Stone) gelingt der Durchbruch mit einem selbst erfundenen Sport: Baseketball vereint das Beste aus Basketball und Baseball und wird zu einem nationalen Phänomen. Doch es gibt Pläne, die Liga zu kommerzialisieren, was die beiden unbedingt verhindern wollen.

Vor der Kamera ein Flop
Kurz bevor dieser merkwürdige Sportfilm in die Kinos kam, hatten Trey Parker und Matt Stone ihren beruflichen Durchbruch geschafft: Quasi über Nacht wurden sie zu Mega-Stars mit der offensiven Zeichentrickserie "South Park". Vor der Kamera hatte das Duo allerdings keine große Anziehungskraft - das Einspielergebnis von "Die Sportskanonen" in den USA lag lediglich bei sieben Millionen Dollar -, sodass Parker und Stone ab 1998 ihre ganze Kraft darin investierten, mit "South Park" ordentlich Geld zu machen.
Im US-Original heißt dieser Film übrigens "Baseketball", sodass bei einem Blick auf das Poster sofort klar wird, worum es geht: Ein Crossover von zwei Sportarten wird auf komödiantische Weise aufbereitet. Die Baseketbälle, die sich das Traumpaar auf dem Plakat wie große Cojones vor den Unterleib hält, machen klar, in welche Richtung der Humor geht.
Die Baseketball-Liga macht keinen Halt davor, den Profi-Sport in der heutigen Gesellschaft zu persiflieren. Joe und Doug spielen bei den "Beers", Alkohol gehört zum Sport dazu. Die anderen Liga-Teams kommen beispielsweise aus San Francisco und tragen rosa Trikots und haben Cheer-Boys; die Mannschaft aus der Kriminalitäts-Hochburg Dallas nennt sich die "Felons" (Schwerverbrecher).
Abseits des Spielfeldes, das eine Nachbildung einer Garageneinfahrt ist, erfreut sich Regisseur David Zucker, der sich auf Klamauk und Slapstick wie "Die nackte Kanone" spezialisiert hat, zu größten Teilen an besonders geschmacklosen Witzen. Keine Zielgruppe wird ausgelassen, besonders laut und gerne lachen die "Baseketball"-Macher über Menschen mit Behinderungen.

Stumpfer Klamauk mit wichtiger Message
Sportszenen gibt es in diesem Crossover viele, allerdings ist es natürlich nicht leicht einem Sport zu folgen, dessen Regeln niemand kennt. Das hat Zucker aber erkannt und verwendet viel Energie darauf, dass die Ablenkungen der Werfer durch das gegnerische Team sehr absurd und komödiantisch werden. Wie die Spiele aber ausgehen, interessiert überhaupt nicht.
Es gibt bei all dem Blödsinn aber auch einen wirklich interessanten Aspekt an "Baseketball": Denn im Großen und Ganzen wird die Geschichte von zwei jungen Männern erzählt, die aus purer Freude am Sport ihrer Leidenschaft nachgehen. Ihre Widersacher hingegen sind alte Säcke, die in erfolgreichem Profi-Sport nur die Möglichkeit sehen, Geld zu verdienen.
Denn Club-Besitzer Baxter Cain (Robert Vaughn) ist wenig interessiert daran, ob seine Dallas Felons die Meisterschaft gewinnen. Viel wichtiger ist ihm, mit Merchandise und Werbung richtig dicke Profite einzufahren. Doch all das verbieten die von den beiden Protagonisten eingeführten Regeln von Baseketball. Vor allem die US-amerikanische Unsitte, dass nicht nur einzelne Spieler, sondern gleich ganze Vereine verkauft werden können und in eine andere Stadt umziehen, soll damit unterbunden werden.
"Die Sportskanonen" liefert eine dürftige Handlung mit mäßig sympathischen, weil so extrem grotesken Figuren. Die Gags sind größtenteils für ganz einfache Gemüter mit großem Hang zu Geschmacklosigkeiten. Aber hinter all dem Klamauk gibt es immer wieder diese Momente, in denen für den wahren Geist des Sportes geworben wird. Wenn dann ein Sportler vor der Presse die Handvoll Vereine aufzählt, bei denen er schon unter Vertrag gewesen ist, und sich das Trikot seines neuen Teams überzieht, müsste jeder erkennen, das da was falsch läuft.

Fazit: 45 %

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