25. Juni 2017

Baywatch

© Paramount

Regie: Seth Gordon
Land / Jahr: USA 2017












Gleich drei Neuzugänge, darunter der Aufschneider Matt Brody (Zac Efron), sollen das Rettungsschwimmer-Team um Mitch Buchannon (Dwayne "The Rock" Johnson) verstärken. Das ist auch bitter nötig, schließlich treibt gerade eine Bande von Drogendealern im großen Stil ihr Unwesen in den Gewässern der besten Rettungsschwimmer der Welt.

Horrorjob: Handyverkäufer
In 241 Folgen rettete David Hasselhoff unzähligen Menschen das Leben in dem TV-Klassiker "Baywatch". Erstaunlich, dass es so lange brauchte, bis ein Hollywood-Studio sich dazu entschied, mit dem Material noch einmal die dicke Kohle zu machen. Und die Version von Seth Gordon braucht keine fünf Minuten, bis selbst dem geistig schlichtesten Zuschauer klar wird, dass das schnelle Geld absolut das einzige ist, was Paramount Pictures will. "Baywatch" versagt auf ganzer Linie in einfach allen Bereichen.
Die Story ist nicht der Rede wert. Die Figuren, die Zac Efron und Dwayne Johnson spielen, vergleichen über knapp zwei Stunden ihre Penislängen in zahlreichen Fremdschäm-Szenen. Am Ende muss es noch einmal krachen und deswegen gibt es eine lächerliche Krimigeschichte, die gänzlich frei von kreativen Impulsen ist. Erstaunlich ist dabei, dass, obwohl die Handlung so primitiv und einfach wie nur möglich gehalten ist, noch riesige Logiklücken klaffen.
Der Job eines Rettungsschwimmers wird in etwa mit dem eines Popstars verglichen. Jeder will ihn ausüben, es gibt zahlreiche Fans, die den Damen und Herren in den knappen roten Höschen bei der Arbeit zusehen. Jeder will ein Rettungsschwimmer sein, so auch der zweimalige Olympia-Sieger Matt. Als dann Mitch kurzzeitig seinen Job verliert und als Handyverkäufer arbeitet, wird diese Arbeit wie ein grausamer Fluch inszeniert. Dabei verdient ein Handyverkäufer wahrscheinlich besser als jeder Rettungsschwimmer und braucht mutmaßlich auch mehr Köpfchen.

Herbstliche Atmosphäre
Die Gags sind primitiv, um es mal ganz freundlich auszudrücken. Es geht ausschließlich um Geschlechtesteile. Aber warum gibt es überhaupt Gags in einem "Baywatch"-Film? Die Serie war doch gar nicht auf Comedy getrimmt! Was hat das bitte mit der Vorlage zu tun? Nichts. In seiner gesamten Umsetzung wirkt der Film nicht wie ein Remake oder eine Hommage an die beliebte TV-Serie, sondern wie eine Parodie derer. Als wenn der Serienklassiker im Stile der "Scary Movie"-Filme so richtig durch den Dreck gezogen werden sollte.
Genauso wirken auch die Cameo-Auftritte von David Hasselhoff und Pamela Anderson. Null Prozent Coolness, null Prozent Charme: Das jeweils sehr kurze Wiedersehen ist einfach nur traurig geraten. Silikon-Ikone Pamela Anderson darf nicht nur nichts sagen, sondern sieht wie eine hochpreisige Protituierte aus.
Nicht einmal ordentliches Beach-Feeling kriegt Filmemacher Seth Gordon hin. Jeder Amateurfilmer zeigt Verwandten bessere Strandaufnahmen in seinen Urlaubsvideos. Keine Panorama-Einstellungen, keine endlosen Strände, keine knallende Sonne. Man könnte fast meinen, der Film wurde nicht im Hochsommer, sondern im Herbst gedreht.
Ein katastrophales Drehbuch, das nicht einmal das Niveau einer Vorabendkrimiserie erreicht, geschmacklose Witze auf unterstem Niveau und nicht ein Fünkchen Charme oder Stil: "Baywatch" ist eine Parodie der kultigen Original-Serie. Wenn ein Film zu größten Teilen an einem der schönsten Strände der Welt spielt und der Zuschauer noch nicht einmal Fernweh bekommt, dann ist das für jeden Filmemacher ein Armutszeugnis.

Fazit: 15 %

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