18. Juni 2017

Cheap Thrills

© Koch Media

Regie: E.L. Katz
Land / Jahr: USA 2013













Craig (Pat Healy) ist verheiratet und liebender Vater, doch abseits des Familienlebens geht bei ihm alles schief. Er verliert seinen Job und versucht seinen Kummer in Alkohol zu ertränken, als er seinen alten Schulfreund Vince (Ethan Embry) trifft. In der Kneipe lernen die beiden auch ein wohlhabendes Pärchen kennen, dass ihnen viel Geld für kleine Mutproben bietet.

Liecht verdientes Geld
"Cheap Thrills" ist ein Titel, wie er passender gar nicht sein könnte: Es geht um billige kleine Spielchen. Um leicht verdientes Geld mit verrückten Wetten, die sich natürlich immer weiter steigern und irgendwann ziemlich ernst werden. Dabei ist der Film zwar schmutzig, aber auf schmerzhafte Weise ehrlich - genau das macht ihn auch eher traurig und schockierend als nur unterhaltsam.
Regisseur E.L. Katz fängt seine kleine Geschichte sehr kindisch und naiv an, doch die Geschehnisse lassen den Zuschauer irgendwann nicht mehr los. Immer wieder fragt man sich selbst, ob man sich auf die eine oder andere kleine Mutprobe für die entsprechende Geldmenge einlassen würde. Allerdings dauert es nicht lange, bis es wirklich ernst wird und nicht mehr lustig für alle Beteiligten, auch die vor der Leinwand, wird.
Filmemacher Katz versteht es dabei, den Zuschauer mit steten Erhöhungen der Thrill-Dosis bei Laune zu halten. Denn zu groß ist die Spannung auf das, was als nächstes kommt und in welcher Tragödie die Wetten enden - dass alles aus dem Ruder läuft, daran gibt es keine Zweifel. Lange ist nicht klar, wo der Film hinführen wird. Dabei stellt Katz stets die Frage: Wohin treibt die Verzweiflung (arme) Menschen?

Starke Message und sehr kurzweilig
Die dreckigen Spielchen der reichen Leute sind nur Deckmantel für interessante philosophische und soziale Fragen, die Katz mit "Cheap Thrills" aufwirft. Und es stellt sich auch die Frage, ob der Zuschauer sich mitschuldig macht, weil er sich das Elend der beiden Protagonisten zu Unterhaltungszwecken ansieht. Das unangenehme Gefühl von Schaulustigkeit kommt hier auf. Genau das will Katz auch erreichen.
Erfreulicherweise - und das ist auch ein ganz zentraler Grundpfeiler, warum "Cheap Thrilles" funktioniert und spannend bleibt - sind die Entscheidungen der Figuren und ihre Beweggründe nachvollziehbar und logisch. Sie werden zu nichts gezwungen und können theoretisch selbst entscheiden, wohin die Reise führt. "Sie müssen es ja nicht machen", denkt man sich.
Die Handlung kann mit ein paar guten Wendungen überraschen, die Figuren sind interessant und menschlich: "Cheap Thrills" ist nur ein kleiner Film, hat aber eine starke Message und ist vor allen Dingen ziemlich kurzweilig. Die Struktur dieses makaberen Thrillers erinnert an Michael Hanekes "Funny Games", das Endprodukt ist aber nicht ganz so rund und intelligent wie der Film des Österreichers. Dennoch: Ein interessanter Wett-Thriller.

Fazit: 65 %

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen