28. Juni 2017

Lucky Trouble - Der Trainer will heiraten

© GV World

Regie: Levan Gabriadze
Land / Jahr: Russland 2011












Eigentlich will Vyacheslav "Slava" Kolotilov (Konstantin Khabensky) nur seinen Job als Lehrer in Palchiki kündigen und in Moskau die schöne Nadezhda (Milla Jovovich) heiraten, da wird er als Fußballtrainer für ein Schülerturnier zwangsverpflichtet. Da er sofort in die Hauptstadt reisen darf, sobald seine Mannschaft ausgeschieden ist, setzt er alles daran, dass sein Team verliert.

Wahnsinn für knapp acht Millionen Dollar
Unglaubliches spielt sich in den ersten 15 Minuten des Filmes ab: Slava wird von einem Auto angefahren und von der Fahrerin ins Krankenhaus gebracht. Die trennt sich wegen ihm ganz spontan von ihrem Verlobten (sie waren bereits mit dem Auto auf dem Weg zum Standesamt) und nimmt nach einer Woche einen Heiratsantrag von Slava an. Der will eigentlich nur schnell kündigen, doch als am Bahnhof von Palchiki (warum gerade am Bahnhof?) die Fußballmannschaften eines Schülerturnieres vorgestellt werden, soll die Mannschaft von Palchiki rausgeschmissen werden, weil die Spieler alle älter als zwölf Jahre sind - ja sogar das ganze Turnier soll nicht stattfinden. Also wird Slava gezwungen (warum er?), ein Team aus obdachlosen Kindern (!) zusammenzustellen, damit er seinen Reisepass wiederbekommt (!). Dieser unfassbare Schwachsinn spielt sich in den ersten 15 Minuten ab und hat die Produzenten davon überzeugt, knappe acht Millionen US-Dollar in den Film zu investieren. Wahnsinn. Und es geht nicht wirklich logischer weiter ...
Oder war es doch Hollywood-Superstar Milla Jovovich, wegen der der Film grünes Licht bekam? Schließlich spielt das Ex-Model die große Liebe Slavas und wartet auf der mehrtägigen Hochzeit auf ihren Angebeteten. Traurig aber wahr: Gerade die Hochzeitsszenen müsste man komplett aus dem Film schneiden, weil sie am wenigsten Sinn ergeben.
Doch dann würde der deutsche Titel gar nicht mehr passen! "Lucky Trouble" ist schon sensationell bedeutungslos und generisch, eigentlich rettet der Beisatz "Der Trainer will heiraten" noch vor dem totalen Blödsinn, denn da wird wenigstens noch erklärt, worum es eigentlich geht in diesem Fußballfilm.

Preißlers Weisheit zählt noch immer
Neben all den aneinandergereihten Peinlichkeiten gibt es aber auch nette Momente, denn wie sagte die Ruhrpott-Fußballlegende Alfred Preißler doch noch: Entscheidend ist auf'm Platz. Und da wird besonders deutlich, wer die Zielgruppe von "Lucky Trouble - Der Trainer will heiraten" ist: Kinder. Und eben diese Vorpubertärentruppe kickt wie eine Mischung aus Captain Tsubasa aus der Zeichentrickserie "Die tollen Fußballstars" und dem ebenfalls aus Asien stammenden "Shaolin Kickers". Es werden Saltos gesprungen, zu Fallrückziehern angesetzt und das volle Trickprogramm abgezogen. Das ist natürlich gnadenlos übertrieben, aber auch amüsant und unterhaltsam.
"Lucky Trouble" ist kein Fußballfilm für Leute, die lieber abgeklärte, einfache Pässe spielen. Und bei der Handlung muss man auch mehr als nur ein Auge zudrücken, denn oftmals driftet der Film ins Alberne und Lächerliche ab. Trotzdem macht dieser russische Kinder-Kick aber auch ein bisschen Spaß, weil es immer wieder mal lustig wird. Milla Jovovichs Filmmutter wird übrigens von ihrer echten Mutter gespielt. Schade, dass gerade die kurzen Szenen mit dem bekanntesten Star völlig überflüssig für die Geschichte sind.

Fazit: 40 %

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