21. Juni 2017

Mean Machine - Die Kampfmaschine

© Paramount

Regie: Barry Skolnik
Land / Jahr: Großbritannien/USA 2001












Danny "Mean Machine" Meehan (Vinnie Jones) gehört eigentlich zu den größten Kickern auf der Insel. Aufgrund zahlreicher Exzesse und dem daraus folgenden Angriff im Vollrausch auf Polizisten, landet Danny im Knast. Dort soll er eine Fußball-Mannschaft aus Insassen trainieren, die in einem "Freundschaftsspiel" gegen die Wärter antreten.

Ein Händchen für Edelsteine
Geboren wurde der ehemalige Fußballprofi und jetzige Schauspieler Vinnie Jones zwar tatsächlich in England, genauer gesagt in Watford, allerdings ist er, aufgrund der Herkunft seines Großvaters, im echten Leben neun Mal für die Fußball-Nationalmannschaft von Wales aufgelaufen - und nicht für die englische, wie seine Filmfigur.
Einen Spitznamen hatte Jones auch: Heißt er im Film "Die Kampfmaschine", so nannte man ihn auf und neben dem Platz "Die Axt". Und diesen Spitznamen hatte er sich durch seine überharte Spielweise redlich verdient: Die schnellste gelbe Karte aller Zeiten nur drei Sekunden nach Anpfiff, 13 Platzverweise in seiner Karriere sowie die unvergessene Szene, als er Paul Gascoigne beherzt und mit voller Kraft in die Familienjuwelen griff - das muss man sich gegen den nicht weniger verrückten Gazza erst einmal trauen.
Jones ist also die perfekte Wahl für die Rolle des exzentrischen Fußball-Profis, der hinter schwedische Gardinen muss - auch weil er für einen Sportler sehr ordentlich schauspielert. Nicht minder passend sind auch die anderen Rollen besetzt für Figuren wie den unbarmherzigen Oberwärter, den geldgierigen Knastleiter oder die Psychopaten-Elf, in der sich auch Jason Statham als durchgeknallter Serienmörder mit Hang zum Religiösen findet.

Gern gesehene Thematik
Die Thematik, dass Insassen sportlich gegen ihre Wärter antreten ist nicht sonderlich frisch: In "Die härteste Meile" (auch bekannt als "Die Kampfmaschine") von 1974 ist es Burt Reynolds, der seine Aufpasser auf dem Football-Feld zerlegen will. Dazu gibt es auch ein Remake mit Adam Sandler und Chris Rock und eben wieder Burt Reynolds von 2005 unter dem Titel "Spiel ohne Regeln". Und aus dem Jahr 1981 stammt auch eine Fußall-Variante mit dem Titel "Flucht oder Sieg", in der Sylvester Stallone und Michael Caine gegen die Nazis kicken. Unterstützung bekommen sie von Pelé, Bobby Moore, Osvaldo Ardiles und vielen weiteren Fußball-Größen.
"Mean Machine" erzählt mit humoristischem Ton und diversen Albernheiten eben auch diese Geschichte, in der vor allem Vinnie Jones gefällt. Es geht auf dem Platz oftmals hart, insgesamt aber sehr herzlich zu. Auch wenn nicht immer fair gespielt wird, hat der Film keine negativen oder gewalttätigen Untertöne und passt bestens in die britische, kumpelhafte Mentalität.
Sozialkritische Ansätze keimen hier aber kaum auf, denn Regisseur Barry Skolnik setzt vor allem daran, zu unterhalten, was ihm über die knapp 100 Minuten auch sehr ordentlich gelingt. Seine Fußballszenen sind wenig ernst geraten, sondern erinnern mit vielen Action-Szenen an die "Shaolin Kickers".
"Mean Machine" ist eine nette Variante des Knastsport-Themas. Filmemacher Barry Skolnik bedient sich zwar bei der Grundhandlung an mehreren Vorbildern, dafür lässt er, gerade was die Figuren betrifft, viele eigene Ideen und Gags einfließen und verleiht dem Film einen sympathischen britischen Ton. "Mean Machine" ist ein Film mit einer eher kleinen Portion Hirn, dafür aber viel Seele. Das reicht manchmal auch.

Fazit: 60 %

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen