23. August 2017

Valerian - Die Stadt der Tausend Planeten

© Universum

Regie: Luc Besson
Land / Jahr: Frankreich, China, Belgien, Vereinigte Arabische Emirate, USA, Deutschland, Großbritannien, Kanada 2017











In Alpha, der Stadt der Tausend Planeten, leben nahezu alle Völker dieses Universums in Frieden - dennoch steht die Stadt vor ihrer Vernichtung. Aber Major Valerian (Dane DeHaan) und Sergeant Laureline (Cara Delevingne) haben etwas dagegen und wollen nicht nur Alpha, sondern gleich das ganze Universum retten.

Acht Länder aus drei Kontinenten
177 Millionen Dollar wurde von Geldgebern aus den verschiedensten Ecken der Erde in Luc Bessons Science-Fiction-Epos investiert - gleich acht Länder aus drei Kontinenten hatten Vertrauen in das Projekt und Geld reingepumpt. Der seit fast drei Jahrzehnten als Multitalent geltende Luc Besson hat im Gegenzug mal wieder das gemacht, was er am besten kann: Er war unendlich kreativ.
Aber reicht das? Mitnichten! Wie schon nahezu alle seine Regiearbeiten zuvor ist "Valerian" mal wieder sehr einfallsreich, sehr flott und optisch deliziös. Aber Besson gelingt es nicht, die dürftige Geschichte hinter diesem aufwändigen Science-Fiction-Kracher zu kaschieren. Niemals darf auch nur ein Zehntel eines solchen Budgets in so ein dünnes Script gesteckt werden.
Dass der Film ein finanzieller Flop wurde - und zwar nicht zu knapp -, kann kaum jemanden überraschen. Ein so dermaßen generischer und unattraktiver Titel wie "Valerian" ist einer der größten Sargnägel für so ein Projekt - so ist das halt mit einem ersten Eindruck. Dabei ist der Film im Vergleich mit vielen anderen extrem teuren Hollywood-Werken aus den letzten Jahren gar nicht so übel.

Die Bubble zerplatzt völlig
Da haben wir das ungleiche, aber nicht übertrieben gezeichnete und gerade deswegen so interessante Pärchen. Dane DeHaan wirkt anscheinend, trotz seiner Tränensäcke im zarten Alter von gerade einmal 31 Jahren, für die Damenwelt anziehend. Und über die optischen Reize von Supermodel Cara Delevingne muss man keine Worte verlieren. Aber ihr Schauspiel ist wesentlich besser, als das ihrer meisten Laufsteg-Kolleginnen. Und es gelingt Besson und seinen beiden Hauptdarstellern wirklich gut, dass eine gewisse Chemie zwischen dem Major und dem Sergeant entsteht.
Absoluter Tiefpunkt ist aber der überflüssige und sinnlose Auftritt von Rihanna als Striperin Bubble. Inhaltlich ist ihre Figur irrelevant, ihre Chamäleon-Tanz-Sequenz mag vielleicht hübsch aussehen, ist aber gänzlich tote Screentime. Diese erzwungenen Nebenrollen, die bekannte Popstars immer wieder in großen Filmen bekommen, haben nur in den allerseltensten Fällen eine Existenzberechtigung. Hier definitiv nicht.
Und wäre Besson nicht nur in seine Figuren und die hübschen Effekte und mitunter konstruierten Actionsequenzen verliebt, sondern hätte sich auch um ein gutes Drehbuch gekümmert, dann hätte "Valerian - Die Stadt der Tausend Planeten" etwas werden können. Das Potenzial leuchtet immer wieder auf. Unterm Strich bleibt er aber ein typischer Besson-Film aus diesem Jahrtausend: kurzweilig aber auch kurzlebig.

Fazit: 60 %

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